Jetzt müssen die Ortsumfahrungen kommen - 4.1.19

Bei der offiziellen B-312-Freigabe bei Ringschnait richtet sich der Blick schon auf das nächste Großprojekt

Symbolisch schneiden die Vertreter von Bundes- Landes- und Kommunalpolitik das Band zur Freigabe der B 312 zwischen Biberach und Ringschnait durch.  Foto: Markus Falk

Von Gerd Mägerle

Biberach - Mit dem Durchschneiden eines schwarz-rot-goldenen Bands ist die ausgebaute B 312 zwischen Biberach und Ringschnait am Donnerstag offiziell eröffnet worden. Für den Verkehr freigegeben ist die 3,3 Kilometer lange Strecke zwar bereits seit 10. Dezember (SZ berichtete). Zu diesem Termin waren aber nicht alle beteiligten Vertreter der Bundes- und Landespolitik für einen Besuch in Biberach verfügbar.


So kam es nun bei zapfigen Minusgraden am Donnerstag am Abzweig Richtung Winterreute zu der kleinen Feierstunde. Er selbst habe eine besondere Beziehung zu dieser Strecke, sagte der Tübinger Regierungspräsident Klaus Tappeser: "Dreieinhalb Jahre lang bin ich hier von Saulgau nach München zum Studium gependelt." Bundesstraßen wie die B 312 hätten in ländlichen Gebieten wie dem Kreis Biberach die Aufgaben von Autobahnen. "Sie sind die wichtigen Verkehrsadern, dementsprechend müssen sie ausgebaut sein", so Tappeser. Die B 312 sei in diesem Bereich schmal, kurvig und unübersichtlich gewesen, was erhöhte Unfallzahlen zur Folge gehabt habe. Er sei froh darüber, dass die Straße nun termingerecht und einigermaßen kostengerecht fertig geworden sei, sagte der Regierungspräsident.


Steffen Bilger (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, verwies auf die lange Zeit, die das Projekt zur Verwirklichung gebraucht habe. Bereits 1979 habe es erste Ausbaupläne für diesen Straßenabschnitt gegeben. Die 13,8 Millionen Euro, die die Baumaßnahme gekostet habe, seien sehr viel Geld für 3,3 Kilometer Straße. "Aber die Strecke ist ein regionaler Autobahnzubringer von der B 30 zur A 7. Bilger dankte den Baufirmen, aber auch den Anwohnern der Umleitungsstrecke für das Ertragen der zusätzlichen Verkehrsbelastung in dieser Zeit. Der Bund habe in den vergangenen Jahren rund vier Milliarden Euro ins Fernstraßennetz in Baden-Württemberg investiert, so Bilger. Es bestehe aber noch immer Nachholbedarf, sagte der Staatssekretär und verwies auf die Umfahrungen zwischen Ringschnait und Edenbachen. "Wir sind da dran", sagte Bilger.


Daran knüpfte auch Andreas Hollatz an, der Leiter der Abteilung Straßenverkehr und Straßeninfrastruktur im Verkehrsministerium Baden-Württemberg. Er sei dankbar dafür, dass der Landkreis in die Planung der B-312-Umfahrungen eingestiegen sei. Geplant sei, in etwa zehn Jahren mit dem Bau zu beginnen. "Ich hoffe, dass es etwas schneller geht", sagte Hollatz. Die Straße sei die entscheidende Verbindung Richtung Autobahn.


Verkehrsrückgang in Ummendorf

CDU-Landtagsabgeordneter Thomas Dörflinger vertrat bei der Feierstunde den Ummendorfer Bürgermeister Klaus B. Reichert. Ummendorf war während der Bauarbeiten durch den Umleitungsverkehr betroffen. Aber auch schon zuvor hätten viele Lastwagen die Ortsdurchfahrt als Alternative zur engen Bundesstraße benutzt. "Das war für Ummendorf eine große Belastung, aber wir spüren schon jetzt, dass der Verkehr durch den Ort gewaltig zurückgegangen ist", sagte Dörflinger.


Von einigen Anwohnern hätte er sich aber etwas mehr Gelassenheit bei mancher Beschwerde gewünscht. "Man muss Belastungen auf sich nehmen, wenn es Verbesserungen geben soll, so Dörflinger. In Ummendorf seien diese Belastungen nur temporär gewesen, andere Gemeinden müssten sie dauerhaft erdulden. Auch Dörflinger betonte, dass der jetzige Ausbau nur ein Zwischenschritt zum Bau der weiteren Umfahrungen im Zuge der B 312 ist. "Die müssen jetzt kommen", so Dörflinger.


Im September 2017 war mit dem ersten Bauabschnitt begonnen worden. Beim Ortsteil Reichenbach wurden rund 2300 Betongusspfähle in den Boden getrieben. Weitere Spezialtiefbauarbeiten wurden für drei Bohrpfahlwände als Hangsicherung erforderlich. Im März 2018 wurde mit dem Straßenausbau und dem Bau einer Feldwegüberführung im Bereich eines bis zu zwölf Meter tiefen Einschnitts kurz vor Ringschnait begonnen. Aus Gründen der Verkehrssicherheit wurde in Richtung Ringschnait eine weitere Fahrspur gebaut, die das Überholen langsamer Fahrzeuge erleichtert.


Bei Reichenbach wurden beidseitig Bushaltebuchten samt Geh- und Radweg gebaut. Am Anschluss der K 7504 wurden ebenfalls Bushaltebuchten beidseitig mit dazugehörigen Gehwegen hergestellt.

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Biberach vom 4.1.2019