Acht Unterschriften für ein gemeinsames Projekt - 2.7.19

Gründung des Zweckverbands „Interkommunaler Gewerbe- und Industriepark Donau-Bussen“

Acht Bürgermeister setzten ihre Unterschrift unter das Gründungsdokument (vordere Reihe von links): Dietmar Holstein (Dürmentingen), Jürgen Köhler (Ertingen), Erwin Hölz (Unlingen), Marcus Schafft (Riedlingen), Matthias Henne (Zwiefalten), Armin Schneider (Langenenslingen), Werner Binder (Uttenweiler) und Martin Rude (Altheim). Sie werden flankiert von (2. Reihe von links): Richard Mück (ehemaliger Unlinger Bürgermeister), dem stellv. Regionalverbandsdirektor Martin Samain, Ulrich Ocker (Gemeinderat Ertingen), Manfred Birkle (Gemeinderat Riedlingen), dem Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger, Bruno Auchter (Gemeinderat Zwiefalten), Christof Fisel (Gemeinderat Langenenslingen), Elias Ihle (Gemeinderat Uttenweiler) und Maria Grimm und Prof. Lothar Zettler (beide Planungsbüro Lars consult). Foto von Bruno Jungwirth

Von Bruno Jungwirth

Riedlingen - Große Worte begleiteten die Gründung des Zweckverbands für den Interkommunalen Gewerbe- und Industriepark Donau-Bussen (IGI Dobu). „Als wichtiger Schritt“, bezeichnete es Bürgermeister Marcus Schafft, ein „unglaublich wichtiges Projekt“ nannte es der Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger, „eine der wichtigsten Entscheidungen für die Zukunft“, so Prof. Lothar Zettler vom beauftragten Planungsbüro. Mit der nun erfolgten Unterschrift der Bürgermeister der Gemeinden Altheim, Dürmentingen, Ertingen, Langenenslingen, Riedlingen, Unlingen, Uttenweiler und Zwiefalten am Montagnachmittag im Rathaus Riedlingen ist das regionale Projekt formal auf den Weg gebracht. „Damit beginnt das Leben des Verbands“, so Schafft.

Der neue interkommunale Gewerbepark umfasst insgesamt 82 Hektar und wird an zwei Standorten verwirklicht - in Riedlingen ist der Standort oberhalb des Vogelbergs direkt an der Gemarkungsgrenze zur Gemeinde Dürmentingen vorgesehen. Dies wäre im Innenradius direkt an der geplanten Ortsumfahrung der B 311 gelegen. In Ertingen wurde als Standort eine Fläche westlich der Bahn in Erweiterung des bereits bestehenden Gewerbegebiets definiert (SZ berichtete). Die acht Gemeinden sind alle Mitglied im Zweckverband. Mögliche Erlöse werden nach einem festgelegten Schlüssel verteilt: je 20 Prozent für die Standortgemeinden und je zehn Prozent für die sechs weiteren Gemeinden.

Das Projekt sei in der Raumschaft in einer „Rekordzeit“ umgesetzt worden, lobte Prof. Zettler. Denn von der Idee bis zu den Unterschriften unter das Dokument hat es nur rund eineinhalb Jahre gedauert. „Sie haben die Gelegenheit beim Schopf gepackt.“ Dies sei nur dank der vertrauensvollen Zusammenarbeit unter den Bürgermeistern möglich gewesen. Die Gemeinden hätten den Mut bewiesen, neue Wege zu gehen - auch dank der Erkenntnis, dass man gemeinsam stärker sei als allein. „Die Zeit war reif dafür“, so Zettler. Und damit hätten die Bürgermeister und Gemeinderäte langfristiges Denken bewiesen, weil Aufgaben auf einen zukommen werden, die man in der Qualität nicht allein lösen könne.

Zettler ging auch auf Bedenken ein, dass die Gemeinden damit Selbständigkeit und Einfluss verlieren. Doch dem widersprach der Planer: „Man gewinnt an Einfluss im Zweckverband, man gewinnt an Kompetenz.“

Auch Bürgermeister Schafft hob in seiner Ansprache die große Bedeutung des Projekts für die ganze Region hervor. Damit soll es gelingen, Arbeitsplätze zu schaffen und indirekt Einwohner zu halten. Sein Lob galt den Kollegen in der Raumschaft: Ohne Scheuklappen habe man sich dem Thema genähert und - durch die Teilnahme der Gemeinde Zwiefalten - sogar über Kreis- und Regionalverbandsgrenzen umgesetzt. „Damit sollen die lokalen Entwicklungen nicht behindert werden. Unser Ziel ist es, auf einer anderen Ebene, regional und überregional zu wirken“, betonte Schafft.

Als wichtiges Signal wertete Schafft auch, dass es gelungen sei, das Projekt eineinhalb Jahre und in allen Gemeinderäten zu diskutieren, ohne dass dies öffentlich geworden sei. Damit habe man dem Verfahren eine Chance gegeben, wandte sich Schafft gegen die immer wieder geäußerte Kritik, dass die Öffentlichkeit so lang außen vor blieb. Auch Zettler ging auf die Kritik ein, dass der Prozess „undemokratisch“ gewesen sei. „Aber erfolgreich“, so Zettler.

Der Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger hob die gute Zusammenarbeit der Bürgermeister und der Gemeinden hervor. Die Raumschaft trete wie eine Einheit auf: „Für den ganzen Landkreis setzen Sie ein gutes Signal“, so Dörflinger, der seine Hilfe für den weiteren Prozess anbot.

Auch der stellvertretende Verbandsdirektor des Regionalverbands Martin Samain hob das Potenzial des Projekts hervor: vom Konkurrenzdenken hin zum Zusammenwirken. Mit dem Projekt könnten auch die Strukturen im westlichen Landkreis gestärkt werden. Dabei wolle der Regionalverband gerne unterstützen.

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Riedlingen vom 2.7.2019