„Wir führen keinen Krieg, aber gegen uns wird Krieg geführt“ - 5.3.26

Eng abgestimmt im Wahlkampf: Thomas Strobl und Thomas Dörflinger sprechen im Sportheim des SV Sulmetingen. Neben einem Einblick in Sicherheitsthemen wirbt der Innenminister bei den Gästen für seinen CDU-Parteikollegen.

Sicherheit gehört zu den zentralen Themen dieses Wahlkampfs. Kurz vor der Landtagswahl besucht Innenminister Thomas Strobl Laupheim und spricht über aktuelle Herausforderungen – von innerer Sicherheit bis hin zu Cyberangriffen.

Von Christian Reichl

UNTERSULMETINGEN - Die Präsenz vonEinsatzkräften der Polizei auf dem Parkplatz vor dem Sportplatz des SV Sulmetingen am Dienstagabend lässt vermuten: Hier wird ein prominenter Gast erwartet. Wenig später fährt eine schwarze Limousine vor. Aus dem Auto steigt Thomas Strobl, Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident von Baden-Württemberg. In Begleitung von Personenschützern in dunklen Anzügen betritt er das Sportheim, wo er von wartenden Gästen mit Applaus empfangen wird.

Eingeladen zum Austausch mit dem Innenminister haben der CDU-Kreisverband und Thomas Dörflinger, CDU-Direktkandidat im Kreis Biberach. Die CDU und ihr Spitzenkandidat Manuel Hagel setzen im Wahlkampf auf die Themen Wirtschaft, Bildung und Sicherheit, betont CDU-Stadtrat Raymond Ihle. In der neuesten Umfrage kann die CDU ihren Vorsprung gegenüber den Grünen nach Verlusten wieder leicht ausbauen. In einer Erhebung des Instituts Insa für die „Bild“-Zeitung zeigt sich: Gerade einmal drei Prozentpunkte trennen die Parteien.

„Wir kämpfen um jede Stimme“, betont Dörflinger. Er spricht von einem Wahlkampf, der auf den letzten Metern persönlich geworden sei, und verweist auf Anfeindungen gegen ihren Spitzenkandidaten und seine Familie. Hagel sieht sich wegen eines Videos aus dem Jahr 2018, in dem er von einem Schulbesuch und einem Gespräch mit einer Schülerin berichtet, mit Sexismus-Vorwürfen konfrontiert. Die CDU wittert eine Kampagne der Grünen, die diese Darstellung allerdings zurückweisen.

Sicherheitspolitik sei das Thema, das die Menschen im Land bewege, diagnostiziert Dörflinger. „Baden-Württemberg und Bayern sind die sichersten Länder Deutschlands“, sagt er und verweist auf die jüngste Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS). Er lobt die Einstellungsoffensive bei der Polizei: Ende des Jahres werden es 1000 Polizisten mehr im Land sein als zum Amtsantritt Strobls 2016. Vor Herausforderungen sieht Dörflinger die Wirtschafts- sowie Außenpolitik gestellt. „Die CDU ist in unruhigen Zeiten immer ein starker Partner gewesen“, wirbt er.

Von einer ernsten Lage für die innere Sicherheit spricht Strobl, der nicht zum ersten Mal in Laupheim zu Besuch ist. Neben seiner Teilnahme am Carl-Laemmle-Produzentenpreis im Jahr 2017, erinnert er auch an den 2024 verstorbenen CDU-Bundestagsabgeordneten Franz Romer aus Untersulmetingen und dessen herausragende Leistung in der Politik.

Der Innenminister betont die Bedeutung von Laupheim als Standort des Hubschraubergeschwaders 64 und die wichtige Rolle der Bundeswehr auch für die innere Sicherheit – insbesondere im Kampf gegen hybride Bedrohungen. „Wir führen keinen Krieg, aber gegen uns wird Krieg geführt“, sagt Strobl und adressiert dabei Russland. Der Kampf fände längst nicht mehr nur auf dem Schlachtfeld in der Ukraine statt, täglich würden sich tausende Cyberangriffe auf Infrastruktur in Deutschland ereignen. Beunruhigend sind Strobls Schilderungen von Drohnen, die über militärischem Gebiet gesichtet werden, sowie Desinformation.

Mit einem Blick in die eigene Familiengeschichte verdeutlicht Strobl, dass die Kriegsgenerationen eine enorme Last schultern mussten. Trotz gegenwärtiger multipler Krisen gehe es Deutschland im Vergleich zu damals gut. „Wir leben in einem stabilen und sicheren Land“, so Strobl.

Nah dran am Publikum: Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl spricht im gut gefüllten Sportheim des SV Sulmetingen über die Sicherheit im Land. Fotos: Thomas Werz

Auch bezüglich der Kriminalitätsentwicklung kann der Innenminister mit guten Nachrichten punkten. Bayern und Baden-Württemberg sind laut PKS weiterhin die beiden sichersten Länder in der Bundesrepublik. Im Vergleich zu 2016 wurden laut Strobl weniger Straftaten verzeichnet und die Aufklärungsquote stieg. Ein Erfolg, den der Innenminister klar in der Stärkung der Landespolizei begründet sieht. „Wir haben noch nie so viele Polizisten ausgebildet“, sagt Strobl. Im vergangenen Jahr allein starteten 1250 neue Polizisten in Baden-Württemberg in die Ausbildung.

Auch in die Ausstattung der Polizei sei zuletzt kräftig investiert worden. „Die Wahl des neuen Landtags entscheidet darüber, ob ein Schwerpunkt bei der Polizei liegt“, so Strobl. Er verweist auf deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländern, etwa bei Dienstfahrzeugen. Stolz berichtet der Innenminister auch von der neuen Polizeiuniform mit schnitthemmender Wirkung, die Beamte künftig besser schützen soll.

Sorgenvoll stimmen Strobl nicht nur die zunehmenden Übergriffe auf Polizisten und weitere Einsatzkräfte der Blaulichtfamilie, sondern auch der Anstieg bei Missbrauchsfällen von Kindern. Er erhofft sich von der geplanten dreimonatigen Speicherfrist von Telekommunikationsdaten eine deutlich bessere Strafverfolgung. „Mir zerreißt es das Herz, dass wir nicht mehr getan haben“, kritisiert er Bedenken beim Datenschutz.

Erfreuliche Statistiken weiß Strobl zum Ehrenamt zu berichten. Die Zahl der Aktiven in der Feuerwehr ist binnen zehn Jahren um 5000, bei der Jugendfeuerwehr sogar um 10.000 Personen angewachsen. „Wir halten die Feuerwehr fit und schauen, dass sparsam mit dem Geld umgegangen wird“, sagt Strobl. Ein Beispiel hierfür seien Sammelbestellungen von Einsatzfahrzeugen, die Kosten und Bürokratie deutlich reduzieren.

In den Bau von Rettungswachen, in den Katastrophenschutz und in die Drohnenabwehr investiert Baden-Württemberg 200 Millionen Euro aus dem Sondervermögen. Dies habe laut Strobl nicht nur mit Sicherheit, sondern auch mit der Wertschätzung des Ehrenamts zu tun. Dieses sei im Südwesten einzigartig. „Wir sind Ehrenamtsland Nummer eins.“

Mit Nachdruck wirbt Strobl dafür, das Wahlrecht wahrzunehmen, für das Menschen in anderen Ländern immer noch kämpfen und wie im Fall Iran sogar mit ihrem Leben bezahlen. „Sie haben eine riesige Auswahl“, sagt Strobl und appelliert, die persönliche Wahlentscheidung gut zu überdenken. „Mit der Wahl der Partei rechts außen werden Sie nichts bewegen. Wir werden niemals mit dieser Partei zusammenarbeiten.“

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Schwäbische Zeitung, Ausgabe Laupheim vom 5.3.2026

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