Speerwurfstar erzählt von Erfolg und Rückschlägen - 30.1.26
Speerwurf-Weltmeister Johannes Vetter faszinierte auf dem CDU-Talk in Stafflangen mit Einblicken in seine Karriere und persönlichen Lehren.
BIBERACH Von der Weltspitze nach Stafflangen: Zum gemütlichen Talk auf dem Sofa in der Festhalle Stafflangen hatte die Kreis-CDU mit ihrem Vorsitzenden MdL Thomas Dörflinger den internationalen Speerwurf-Athleten Johannes Vetter eingeladen.
Der Ausnahmesportler Johanes Vetter ist in Dresden geboren und zählt seit seinem Weltmeistertitel und einer Bestweite von 97,76 Metern zu den prägendsten Gesichtern der deutschen Leichtathletik. Nach seinem Karrierehöhepunkt folgten weitere beeindruckende Leistungen, aber auch Rückschläge durch Verletzungen. Politische Erfahrungen: Seit 2019 war er Mitglied der Fraktion der Freien Wähler Offenburg (FWO) im Gemeinderat und brachte dort seine Expertise im Sport- und Schulausschuss ein. 2022 gehörte er der Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten an. Heute wohnt Vetter in Kenzingen zwischen Offenburg und Freiburg. Er sprach über Themen wie mentale Stärke, Leistungsdruck, Zielstrebigkeit und Disziplin, sowie persönliche Weiterentwicklung mit Lehren aus Erfolg und Misserfolg.
Motivation, Leistungsbereitschaft und Teamgeist seien Begriffe die im Sport zu Hause sind, sagte MdL Thomas Dörflinger laut Pressemitteilung bei seiner Begrüßung. „Über den Sport hinaus gehören sie in Politik, Gesellschaft, Beruf und Ausbildung zum normalen Alltag“. Und: Erfolg sei immer ein Ergebnis aus Disziplin, Ausdauer, Leistungsbereitschaft und mentaler Stärke. „Als Gesellschaft ist uns diese Erfahrung, gerade in politischen Zeiten wie diesen, wichtig.
Rudolf Sommer moderierte die Talkrunde. Neben Johannes Vetter nahmen Thomas Dörflinger und der Vorsitzende der TG Biberach, Hans-Jürgen Beer, am Gespräch teil. In seiner Einführung betonte Sommer, Leistung müsse stets mit Verantwortung verbunden sein und zugleich Leistungsbereitschaft eingefordert werden. Anschließend begrüßte er den Ehrengast Johannes Vetter unter großem Applaus der rund 70 anwesenden Gäste auf der Bühne, heißt es weiter.
Als sächsischer Badener „bin ich heute auf schwäbischer Bühne“, sagte Johannes Vetter lachend und gewann damit sofort die Sympathien des Publikums. Bereits mit sechs Jahren habe er mit der Leichtathletik begonnen. „Da macht man prinzipiell erstmal alles – laufen, Weitsprung, Hochsprung und so weiter“, erklärte Vetter auf die Frage von Moderator Sommer, wie er seinen Weg zum Speerwerfen gefunden habe. In diese Disziplin sei er „dann irgendwie reingerutscht“. Von der „Königsdisziplin“, dem Zehnkampf, hatte er sich verabschiedet.
Der Speerwurf-Weltmeister nahm die Zuhörer anschließend mit auf seinen sportlichen Weg, der nicht nur von Erfolgen, sondern auch von Rückschlägen geprägt war. „Der Umzug von Dresden nach Offenburg hat erst einmal alles auf den Kopf gestellt“, schilderte Vetter offen. Zu der Zeit habe er Weiten um die 81 Meter erzielt und sei der fünftbeste Speerwerfer Deutschlands gewesen.
Wichtig sei für ihn gewesen, sich immer wieder kleine, erreichbare Etappenziele zu setzen. „Man darf nicht nur das große Ziel sehen“, gab er dem Publikum mit auf den Weg. Wenn er heute nach einem Erfolg vor den Fernsehkameras stehe, wisse er zwar: „Klar, das ist mein Erfolg.“ Gleichzeitig sehe er diese Auftritte auch als Motivation für viele junge Nachwuchssportler. Johannes Vetter vermittelte, wie wichtig Geduld, Zielstrebigkeit Leistungsbereitschaft und Bodenständigkeit im Leistungssport sind.
Als Begleitprogramm zum Talk präsentierte der TG-Vorstand das Turnerduo Julia Heckel (11) und Antonia Sandel (10) mit ihren Trainerinnen Slava Sandel und Lidia Steinhilber. Die beiden Mädchen trainieren in den Leistungsklassen K8 und K7 und führten Kürübungen vor. Zudem zeigte eine Gruppe der 12- bis 13-Jährigen – Michelle Barth, Anna Kosznowski, Emeli Kaidolov, Sofie Kaiser und Melissa Zvonarev – einen Showtanz auf den Song „APT“. Die Mädchen hatten im vergangenen Jahr die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft erreicht und nehmen regelmäßig an Landeswettkämpfen teil. Trainiert wird die Gruppe von Lidia Steinhilber. sz
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Schwäbische Zeitung, Ausgabe Biberach vom 30.1.2026